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03 August 2018

Tondichtung Le Taureau frei nach Picasso

Le Taureau, die Stierserie von Pablo Picasso in 11 Zuständen sind Metamorphosen. Meine Komposition folgt den 11 Zuständen in der musikalischen Formmvon Metamorphosen.

Das 2007 entstandene Werk Le Taureau – Tondichtung frei nach Pablo Picasso,

ist von András Ágoston und dem Pianisten Peter Bortfeldt 2008 am Picasso

Museum in Münster (Westfalen) uraufgeführt worden. Ausschlaggebend für Le

Taureau als Kompositionsgrundlage war für Agoston und mich, dass Picasso sich

zeitlebens mit ständig wiederkehrenden Themen, die ausnahmslos reale

Gegenstände als Grundlage haben und die er mit Metamorphosen stark verändert,

beschäftigt hat. Picassos Lithographie Le Taureau entstand im Jahreswechsel

1945/46. Die Komposition Le Taureau wird mit einem Prolog eröffnet, dessen Thema

das katalanische Volkslied Lo Mestre ist. Ich habe dieses Lied als Hinweis auf

Picassos Jugend in Barcelona als themengebend ausgewählt. Le Taureau ist in 11

Zustände gegliedert, wie Picasso es benennt. Meine Komposition folgt dieser

Gliederung, allerdings habe ich das Werk in 3 Teile eingeteilt: I. Teil = Zustand 1 bis

3, II. Teil = Zustand 4 bis 8 und III. Teil = Finale Zustand 9 bis 11. Der Grund dieser

Einteilung ist: Der 1. Zustand ist bei Picasso noch sehr naturalistisch, dem folge ich

in der Musik durch ein klassisches Allegro. Zustand 2 und 3 sind sehr schwere,

massive Stiere, die ich in der Komposition durch füllige Akkorde in der Bassregion

des Klavieres nachzeichne, komplizierte, eckige Rhythmen unterstreichen diese

Wuchtigkeit. Im 4.Zustand ändert Picasso wesentlich die Technik: er wechselt hier

zum Kubismus, (G. Braque und Picasso 1907) dem ich musikalisch durch die

Kompositionstechnik der freien Zwölftonmusik entspreche, die fast gleichzeitig in

Wien durch Arnold Schönberg entwickelt wurde (1908/09). Es ist der einzige Stier in

der Serie, der den Zuschauer direkt ansieht. Von hier aus dünnt Picasso seine Stiere

immer mehr aus, bis ab dem 9. Zustand keinerlei Innenleben mehr vorhanden ist. Für

mich ist das das Finale, das im 11 Zustand in einer Einstrichzeichnung, an

Höhlenmalerei erinnernd, endet, dem ich durch höchste Flageolettöne in der Violine

und Glissandi im Klavier im pianissimo kompositorisch entspreche.

Le Taureau habe ich 2009 auf Wunsch von GMD Heiko Mathias Förster für großes

Orchesters neu eingerichtet, Die Uraufführung mit mehreren Konzerten fand

während der RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas mit der Neue Philharmonie

Westfalen und GMD Heiko Mathias Förster am Pult statt. Konzertmeister dieser

Orchesteraufführungen waren András Ágoston und Istvan Karácsonyi.

Die Suite Italienne für Violine und Klavier ist nach der Ballettmusik Pulcinella von

Igor Stravinsky (1882 -1971) von Samuel Dushkin eingerichtet. Das in den Jahren

1919/1920 komponierte Ballett Pulcinella von Igor Stravinsky entstand auf

Anregung von Diaghilew (1872 -1929), Ballettmeister des Balletts Russes. Die

Uraufführung des Balletts, das Picasso ausstattete, fand 1920 in Paris statt. In

der Gegenüberstellung auf dieser CD wollte ich einerseits „Picasso und Musik“

durch die Ballettmusik Pulcinella und andererseits „Musik und Picasso“ durch Le

Taureau darstellen.


Als CD bei

www.encora.de  erhältlich.

Als Streaming unter:

https://www.qobuz.com/at-de/album/metamorphosen-istvan-karacsonyi-rebecca-blanz-gabriella-karacsonyi-pillwoo-chun/4260104940237

erhältlich.

Matthias Bonitz

 

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